Zwischen Unsicherheit und Potenzial: Was (junge) Menschen wirklich stärkt

Welche Ressourcen trägst Du eigentlich schon in Dir? Wir sprechen oft darüber, was uns fehlt.

Zu wenig Erfahrung.
Zu wenig Klarheit.
Zu wenig Orientierung.

In meiner Arbeit als systemischer Coach erlebe ich jedoch immer wieder etwas ganz anderes: Menschen unterschätzen, was bereits da ist.

Die Ressourcenblume kann sichtbar machen, was längst vorhanden ist

Vor Kurzem habe ich mit einer jungen Klientin die sogenannte Ressourcenblume genutzt – eine einfache wie ebenso wirkungsvolle Methode, besonders in Phasen der Berufsorientierung.

Im Mittelpunkt steht eine zentrale Frage: Wer bist Du jenseits von Lebenslauf und Erwartungen?

Darum geht es:

  • Im Zentrum stehst Du.
  • In den Blütenblättern steckt alles, was Dich stärkt.

Das können sein:

  • Fähigkeiten und Talente
  • Erfahrungen – auch die, die sich nicht wie „Erfolg“ angefühlt haben
  • Werte und Haltungen
  • Menschen, die Dich geprägt haben
  • Dinge, die Dir Energie geben
  • Gute, wegweisende Entscheidungen, die Du schon getroffen hast

Und dann bewegt sich etwas:

Das Narrativ verschiebt sich. Von
„Ich weiß nicht, was ich kann“

hin zu
„Da ist ganz schön viel.“

Warum gerade junge Menschen solche Räume brauchen

Was mich dabei besonders beschäftigt:
Diese Arbeit wird oft als „nice to have“ gesehen – als etwas für erfahrene Fach- oder Führungskräfte.

Das greift zu kurz.

Denn gerade junge Menschen stehen heute unter enormem Druck:

  • Pandemie-Erfahrungen
  • Globale Krisen
  • Gesellschaftliche Spannungen

Diese Gemengelage verunsichert – und stellt grundlegende Fragen:

  • Wo ist mein Platz?
  • Was gibt mir Orientierung?
  • Was kann ich überhaupt beitragen?

Gleichzeitig zeigt sich: Räume für Reflexion, insbesondere im Kontext von Demokratie- und Wertebildung, fehlen häufig oder sind nicht ausreichend verankert.

Das ist kein individuelles Problem.
Es ist ein strukturelles.

Räume schaffen: für Reflexion, Entwicklung und Haltung

Was es braucht, sind bewusst gestaltete Räume:

  • Räume zum Reflektieren
  • Räume zum Ausprobieren
  • Räume, in denen Unsicherheit sein darf

Denn genau dort entsteht Klarheit.

Und genau dort entsteht auch etwas anderes: Haltung.

Ich möchte solche Räume gezielt öffnen, gerade für junge Menschen in der Berufsorientierung, aber auch im Kontext politischer Bildung.

Denn Zukunft passiert nicht irgendwann.
Sie beginnt genau hier.

Warum das auch für Unternehmen relevant ist

Vielleicht wirkt das auf den ersten Blick wie ein individuelles Thema. Ist es nicht. Unternehmen stehen heute vor der Herausforderung, nicht nur Fachkräfte zu gewinnen, sondern sie auch zu halten. Gleichzeitig zeigt der aktuelle Monitor, dass gesellschaftliches Engagement und Werteorientierung zunehmend entscheidend für Arbeitgeberattraktivität und Mitarbeiterbindung sind.

Und dennoch: Viele Organisationen tun sich schwer, genau diese Themen konkret umzusetzen – insbesondere wenn es um Haltung und demokratische Werte geht.

Das ist eine verpasste Chance. Denn wer junge Menschen früh stärkt, legt den Grundstein für:

  • echte Bindung statt innerer Kündigung
  • Klarheit statt Überforderung
  • Haltung statt Beliebigkeit

Oder anders gesagt: Für Arbeitswelten, in denen Menschen bleiben wollen, weil sie sich entwickeln können und sich gesehen fühlen.

Haltung ist kein Add-on

Aus meiner Arbeit weiß ich: Haltung wirkt. Nicht nur nach außen, sondern vor allem nach innen. Unternehmen, die Räume für Reflexion, Entwicklung und gesellschaftliche Einordnung schaffen, investieren nicht in „Soft Topics“. Sie investieren in Zukunftsfähigkeit.

Menschen stärken heißt Zukunft gestalten! 

Mit diesem Thema wünsche ich Euch/Ihnen eine schöne Osterzeit und verabschiede mich bis einschließlich 9. April in die Urlaubspause.

Herzlich


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    Kommunikation mit Haltung
    Alexandra Leibfried 

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