Warum die Employer Value Proposition ein Update benötigt

Die Employer Value Proposition (EVP) ist in vielen Unternehmen längst etabliert. Sie beschreibt, was ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitenden bietet: Entwicklungsmöglichkeiten, Sinn, Teamkultur, Benefits. Sie ist ein zentrales Element im Employer Branding und soll im besten Fall Orientierung geben, Identifikation stiften und Talente überzeugen.

Aber reicht das in einer Zeit, in der sich unsere Gesellschaft immer stärker polarisiert?
In der (junge) Talente nicht nur fragen „Was bekomme ich?“, sondern auch „Wofür steht ihr eigentlich?“

Ich bin davon überzeugt, dass die EVP ein Update benötigt. Wichtig ist mir dabei, dass es nicht um Parteipolitik geht. Sondern um eine glaubwürdige, wertbasierte Haltung zu gesellschaftlichen Themen, die unsere Arbeitswelt unmittelbar betreffen:

  • Diversität & Gleichstellung

  • Demokratie & Meinungsfreiheit

  • Nachhaltigkeit & Zukunftsfähigkeit

  • Migration & Fachkräftesicherung

Unternehmen sind Teil dieser Gesellschaft – ihre Führungskultur, Kommunikation und HR-Strategie stehen heute unter ganz anderen Beobachtungen als noch vor wenigen Jahren.

Neue Fragen für die Arbeitgebermarke

Eine EVP mit einer sogenannten Corporate Political Identity stellt zusätzliche Fragen:

  • Wofür stehen wir als Unternehmen auch gesellschaftlich?

  • Wie zeigen wir Haltung – z. B. bei Polarisierung, rechten Tendenzen oder Klimathemen?

  • Welche gesellschaftlichen Werte prägen unsere Führung und Zusammenarbeit?

  • Was bedeutet es, Verantwortung als Arbeitgeber in einer offenen Gesellschaft zu übernehmen?

Diese Fragen machen Unternehmen in meinen Augen jedoch nicht angreifbar, sondern anschlussfähig. Für Talente, Mitarbeitende und Kund:innen, die nicht nur Kompetenzen, sondern auch Haltung suchen.

Wie passt das zur klassischen EVP?

Die gute Nachricht lautet, dass die EVP nicht komplett neu erfunden werden muss, sondern strategisch weiterentwickelt werden kann.

In der klassischen Employer Value Proposition (EVP) liegt der Fokus auf funktionalen Vorteilen und kulturellen Merkmalen eines Unternehmens. Doch durch die Ergänzung gesellschaftlicher Haltung wird daraus ein glaubwürdiges, wertebasiertes Gesamtbild. So könnte diese Erweiterung konkret aussehen:

1. Purpose & Sinn

In der klassischen EVP wird häufig betont, welchen Zweck das Unternehmen im wirtschaftlichen Kontext erfüllt, etwa indem es Produkte oder Dienstleistungen verbessert oder vereinfacht. In einer erweiterten EVP mit gesellschaftlicher Haltung geht es zusätzlich darum, welchen Beitrag das Unternehmen für das große Ganze leistet – etwa zur Förderung einer offenen, vielfältigen und nachhaltigen Gesellschaft.

Beispielhafte Erweiterung:
„Wir tragen dazu bei, dass Digitalisierung sozial gerecht gestaltet wird.“
„Wir machen nachhaltige Mobilität für alle zugänglich – und stärken damit gesellschaftliche Teilhabe.“

2. Werte & Kultur

Klassische EVPs betonen oft Werte wie Teamgeist, Offenheit oder Vertrauen. Diese Begriffe bleiben jedoch häufig abstrakt. Mit einer Corporate Political Identity werden diese Werte konkret: Sie zeigen, wie sich das Unternehmen aktiv gegen Diskriminierung positioniert, Diversität fördert oder sich für Inklusion einsetzt.

Beispielhafte Erweiterung:
„Wir stehen für ein Arbeitsumfeld, in dem Herkunft, Identität oder Weltanschauung keinen Einfluss auf Chancen und Zugehörigkeit haben.“
„Vielfalt ist für uns keine PR-Kampagne, sondern gelebter Alltag.“

3. Leadership & Haltung

Während klassische EVPs in Bezug auf Führung Begriffe wie „Augenhöhe“ oder „Entwicklungsmöglichkeiten“ nennen, bleibt oft offen, wie Führung sich in gesellschaftlich relevanten Kontexten verhält. Eine EVP mit Haltung beschreibt auch, wie Führungskräfte sich zu Themen wie ESG (Environmental, Social, Governance), Demokratieverständnis oder sozialer Verantwortung positionieren – und diese Werte im Alltag vorleben.

Beispielhafte Erweiterung:
„Unsere Führungskräfte stehen ein für Transparenz, Klimaverantwortung und demokratische Grundwerte – intern wie extern.“
„Wir erwarten von Führung mehr als Management: Haltung zeigen gehört dazu.“

Warum Haltung auch ökonomisch Sinn ergibt

Haltung ist kein Soft Skill – sie wirkt direkt auf:

  • Employer Branding & Recruiting
    Wer sich nicht klar positioniert, fällt im „War for Talents“ durchs Raster.

  • Mitarbeiterbindung
    Werteorientierung schafft Zugehörigkeit – gerade in Krisenzeiten.

  • Reputation & ESG-Positionierung
    Gesellschaftliches Engagement ist längst ein Wettbewerbsfaktor, nicht nur bei DAX-Konzernen.

EVP weiterdenken mit Haltung

Als Kommunikationsexpertin unterstütze ich Unternehmen dabei, ihre bestehende EVP glaubwürdig und wertebasiert weiterzuentwickeln. Dazu gehört:

  • ein Werte-Scan der bestehenden Arbeitgeberpositionierung

  • Workshops zu gesellschaftlicher Haltung und Kommunikationskultur

  • ein Haltungskompass für Employer Branding, HR und Führung

  • Storytellingformate für Corporate Influencer & Führungskräfte

So entsteht aus der klassischen EVP eine Employer Brand mit Haltung – und das Unternehmen wird sichtbar für diejenigen, die nicht nur einen Job, sondern eine gemeinsame Wertebasis suchen.

Ich freue mich darauf, mit Ihnen/mit Euch in den Austausch zu gehen.

Herzlich


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    Kommunikation mit Haltung
    Alexandra Leibfried 

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