Das bedeutet Corporate Democratic Influencing

Alexandra Leibfried

Unternehmen beeinflussen Märkte. Sie prägen aber auch Arbeitswelten, öffentliche Debatten und die Erfahrungen von Menschen. Angesichts gesellschaftlicher Polarisierung stellt sich deshalb zunehmend die Frage: Welche Rolle können Unternehmen für eine demokratische Kultur spielen?

In diesem Zusammenhang arbeite ich mit dem Begriff Corporate Democratic Influencing. Damit meine ich mehr als ein gesellschaftspolitisches Statement auf Linked In oder einen Bühnenauftritt. Corporate Democratic Influencing beschreibt als systemisches Modell, wie Unternehmen ihre Wirkungsmöglichkeiten nutzen können, um demokratische Kultur zu stärken – glaubwürdig, anschlussfähig an die eigene Organisation und ohne Mitarbeitenden politische Positionen vorzugeben. Denn demokratische Haltung zeigt sich nicht erst in der öffentlichen Kommunikation. Sie zeigt sich auch dort, wo Menschen täglich miteinander arbeiten.

Haltung ist mehr als ein Statement

Unternehmen positionieren sich heute zu Vielfalt, gesellschaftlichem Zusammenhalt oder Demokratie. Gleichzeitig entscheidet sich Glaubwürdigkeit nicht allein daran, was öffentlich kommuniziert wird. Menschen erleben Unternehmen jeden Tag als soziale Räume.

Sie erleben, wie mit unterschiedlichen Meinungen umgegangen wird. Wie Führungskräfte auf Konflikte reagieren. Ob Beteiligung erwünscht ist und ob die eigenen Werte auch dann gelten, wenn es unbequem wird. Solche Erfahrungen bleiben nicht folgenlos. Aus der Forschung kennen wir sogenannte Spillover-Effekte: Erfahrungen, Einstellungen und Verhaltensweisen können von einem Lebensbereich auf einen anderen ausstrahlen. Der Arbeitsplatz ist deshalb nicht von der Gesellschaft getrennt. Das macht ihn auch für demokratische Kultur wirksam.

Unternehmen haben Einfluss – ob sie wollen oder nicht

Einfluss entsteht nicht erst dann, wenn ein Unternehmen eine Demokratie-Kampagne startet. Wirkung entsteht im täglichen Miteinander, durch Führung und Kommunikation, durch die Möglichkeiten zur Beteiligung und nicht zuletzt durch die Menschen, die ein Unternehmen nach außen repräsentieren. Dazu gehören heute deshalb auch Corporate Influencer. Beschäftigte und Führungskräfte sind in beruflichen Netzwerken sichtbar, beziehen Position, teilen Informationen und prägen damit Wahrnehmungen ihrer Organisation. Darum verstehe ich Corporate Democratic Influencing als systemischen Ansatz: Kultur, Führung, Beteiligung, Kompetenzen und Kommunikation wirken nicht unabhängig voneinander, sondern beeinflussen sich gegenseitig – und damit auch die Wirkung einer Organisation nach innen und außen.

Die zielführendere Frage lautet: Was muss eine Organisation mitbringen, damit demokratische Haltung glaubwürdig werden kann? 

Demokratische Kompetenz kann man stärken

Dialogfähigkeit, Medienkompetenz oder der konstruktive Umgang mit unterschiedlichen Positionen sind wesentliche Skills. Sie lassen sich trainieren. Unternehmen können dafür Räume schaffen: für Dialog, politische Bildung, Informationskompetenz oder die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Perspektiven. Führungskräfte können lernen, Gespräche zu moderieren, in denen es keinen schnellen Konsens gibt. Teams können erproben, wie Widerspruch möglich bleibt, ohne Zusammenarbeit zu zerstören. Das bedeutet ausdrücklich nicht, Menschen zu sagen, was sie denken sollen. Im Gegenteil: Demokratie braucht Menschen, die Informationen einordnen, unterschiedliche Perspektiven aushalten und ihre eigene Position entwickeln können.

Vom guten Vorsatz zur glaubwürdigen Haltung

Genau an dieser Stelle wird Corporate Democratic Influencing für mich zu einer strategischen Aufgabe. Denn zwischen dem Satz „Wir stehen für Demokratie“ und einer Organisation, in der diese Haltung tatsächlich erfahrbar wird, liegt ein erheblicher Unterschied.

In meinen Workshops und Impulsen arbeite ich deshalb mit einem eigenen Ansatz, der die unterschiedlichen Wirkungsräume von Unternehmen systemisch erfasst und zusammenführt.

Entscheidend ist dabei weniger eine einzelne Maßnahme als das Zusammenspiel von Unternehmenskultur, Führung, Kommunikation und den Menschen, die eine Organisation prägen und repräsentieren. Denn demokratische Haltung lässt sich nicht einfach designen. Aber Unternehmen können Bedingungen schaffen, unter denen sie glaubwürdig entstehen und sichtbar werden kann.

Ihr wünscht Euch/Sie wünschen sich mehr Informationen oder ein persönliches Gespräch zu meinem Modell „Corporate Democratic Influencing“? Scheibt/Schreiben Sie mir oder bucht/buchen Sie über die Webseite einen digitalen Termin.

 

Herzlich


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