Demut – ein Wert, der Gespräche auslöst

Alexandra Leibfried Kommunikation mit Haltung Werte Wertequadrat Coaching Politologin

Vor Kurzem habe ich mit einer Freundin über den Wert Demut gesprochen. Was für mich eher wie Zurücknahme klang, war für sie etwas ganz anderes: etwas Stimmiges, etwas Kraftvolles. Unsere Perspektiven unterschieden sich – wir konnten das so stehen lassen, aber in mir arbeitete es weiter. Ein schönes Beispiel dafür, wie vielschichtig Sprache und Werte sein können – und wie sehr sie mit persönlicher Erfahrung verknüpft sind.

Wenn Worte wirken – auch im Inneren

Das Gespräch ließ mich nicht los. Ich begann zu reflektieren: Warum reagiere ich so ambivalent auf das Wort Demut?
Was genau löst es in mir aus – und warum? Und vor allem: Widerspricht es dem, was mir selbst wichtig ist?

Hier kam eine Buchtrilogie ins Spiel, die ich gern als Teil meiner Standardliteratur oder auch als intellektuellen Anker im Bücherregal bezeichne: Miteinander Reden, Teil 1-3 von Friedemann Schulz von Thun. Das Wertequadrat, genauer gesagt das Werte- und Entwicklungsquadrat, ist in Band 2 beschrieben. Ein Modell, das ich aus Führungskräfteseminaren und im Coaching anwende – und das mir nicht nur im beruflichen Kontext, sondern auch im Alltag immer wieder hilft, Dinge einzuordnen.

Demut und Selbstbewusstsein – kein Widerspruch

Laut Wertequadrat steht jedem Wert ein ergänzender Gegenwert zur Seite – die sogenannte Schwestertugend. Erst im Zusammenspiel beider entsteht eine stimmige Haltung.

Im Fall von Demut ist es dieser Gegenwert: Selbstbewusstsein.  Als Schwestertugend wird der Gegenwert übrigens auch oft bezeichnet. Plötzlich wurde mir klar, was mich innerlich beschäftigt hatte: Ich spürte in mir einen starken Bezug zu Selbstbewusstsein – und hatte unbewusst gedacht, Demut stünde dazu im Widerspruch.

Doch das Gegenteil ist der Fall in der Anwendung im Wertequadrat. Zu beachten gilt dabei dennoch:

  • Zu viel Demut kann in Selbstverleugnung kippen.

  • Zu viel Selbstbewusstsein in Arroganz.

Zwischen diesen Polen entsteht eine gesunde Balance. Das Wertequadrat ist ein Werkzeug, das mir in meiner Arbeit als Unternehmerin, Coach und Kommunikatorin regelmäßig begegnet.
Doch in diesem Fall beeindruckt mich auch, wie hilfreich es im Privaten sein kann. Im Nachdenken. Im Diskutieren. Im Sich-Selbst-Verstehen.

Natürlich ist es möglich gewesen, nach einem Gespräch auch einmal Widersprüche stehenzulassen. Doch manchmal muss ich einfach dranbleiben, so wie jetzt. Umso schöner, wenn dann scheinbare Widersprüche in Wahrheit gar keine sind. Und es zeigt sich einmal mehr: Werte leben von Balance. Und von Kontext.


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