Vom Shitstorm zur konstruktiven Debatte

„Klartext reden, auch wenn es wehtut!“ Das ist und bleibt die Antwort der Heute Journal-Moderatorin und debattenerprobten Journalistin Dunja Hayali. Die sich zudem offen als queer bekennende, von mir hochgeschätzte, Berliner „Kollegin“ musste in den letzten Wochen mit schlimmsten Beschimpfungen und sogar Morddrohungen umzugehen wissen. Vor allem über das Soziale Netzwerk Instagram erhielt sie schlimmste Anfeindungen aufgrund ihrer Anmoderation zum Attentat auf den US-amerikanischen politischen Aktivisten Charlie Kerk. Journalistisch hat sie absolut sauber gearbeitet, ihr Sender und ein großer Teil der Öffentlichkeit stehen solidarisch hinter ihr.
Um Argumente geht es jedoch oft nicht, sondern um Polarisierung. Grundsätzlich wird die Debatte im digitalen Raum immer rauer. Auch Menschen, die im Namen von Unternehmen posten, müssen sich darauf vorbereiten. Dafür habe ich einen Impulsvortrag ausgearbeitet, basierend auf meiner langjährigen Erfahrung als Online-Journalistin und Leitung eines Digitalteams. Mir geht es darum, Personal Brands und Corporate Influencer Teams oder andere Kommunikatoren für eine konstruktive Diskussion fit zu machen.
Ein Shitstorm ist zunächst eine öffentliche Empörungswelle, oft emotional, manchmal aggressiv. Doch hinter jedem Sturm steckt ein Thema, das berührt. Wer diesen Moment nicht als Bedrohung, sondern als Chance begreift, kann ihn in produktive Energie verwandeln.
Das gelingt, wenn Kommunikation nicht reflexhaft reagiert, sondern reflektiert. Wenn wir als Gestalter einer Debatte Kritik anerkennen, sachlich argumentieren und uns, wo nötig, abgrenzen.
Diese einfache, aber wirksame Struktur nenne ich die 3A-Regel:
➡️ Anerkennen – Argumentieren – Abgrenzen.
Sie hilft, Haltung zu zeigen, ohne in Rechtfertigung zu verfallen. Sie schafft Raum für Dialog statt Eskalation.
Das Handwerk des Standhaltens
Haltung braucht Handwerk. Gerade im digitalen Raum ist Professionalität das Gegenmittel zu Überforderung.
Wichtige Grundsätze im Krisenmoment:
- Ruhe bewahren. Keine Schnellschüsse.
- Dokumentieren. Screenshots sichern, Gesprächsverläufe festhalten.
- Team einbinden. Kommunikation ist nie Einzeldisziplin – sie lebt von Rückendeckung.
- Analyse statt Aktionismus. Bleibt der Sturm in der eigenen Bubble oder springt er in die Medien?
In der Praxis bewährt sich die einfache Formel:
Get your Buddy and call your Team!
Denn niemand sollte allein durch den Sturm gehen. Reflexion und Nachsorge gehören genauso zur Kommunikationskultur wie das öffentliche Statement. Mit dem Team des BVG Berlin zusammen zu arbeiten hat mir sehr viel Spaß gemacht.
Ihr wünscht Euch mehr Tipps, Checklisten, aktuelle Beispiele und Möglichkeiten mit Eurem Team zu Üben? Dann meldet Euch gern bei mir für einen Impulsvortrag oder eine Schulung. Sowohl im Employer Branding, als auch in der Unternehmenskommunikation sehe das Thema Corporate Influencing als großen Hebel mit wachsendem Einfluss. Doch die Herausforderungen in Sachen Debatte nehmen eben auch zu.
Herzlich
![]()